News
Corona-Shutdown: Bedarfsabfrage & Stimmungsbild der regionalen...

  • Corona-Shutdown: Bedarfsabfrage & Stimmungsbild der regionalen Bandszene

    Corona-Shutdown: Bedarfsabfrage & Stimmungsbild der regionalen Bandszene

    Teilnehmer: 23 Bands und Musikschaffende aus dem Großraum Nürnberg

  • Corona-Shutdown: Bedarfsabfrage & Stimmungsbild der regionalen Bandszene

    Corona-Shutdown: Bedarfsabfrage & Stimmungsbild der regionalen Bandszene

    Teilnehmer: 23 Bands und Musikschaffende aus dem Großraum Nürnberg

14. Oktober 2020

Corona-Shutdown: Bedarfsabfrage & Stimmungsbild der regionalen Bandszene

Für uns als MUZ steht das Wohl der regionalen Musikszene stets an oberster Stelle – auch und besonders in schwierigen Zeiten, wie wir sie gerade aufgrund der Corona-Krise (Covid-19) haben.

Keine Konzerte, kein kulturelles Leben: Um in Erfahrung zu bringen, was Bands und Musikschaffende aus dem Großraum Nürnberg in Zeiten des Lockdowns beschäftigt, haben wir vom 22. April bis 06. Mai 2020 eine Bedarfserhebung durchgeführt. Über unseren E-Mail-Verteiler, unser Social Media, unsere Website, über den MUZ Mitgliedernewsletter und diverse  Multiplikator_innen haben wir unsere Fragen an die Musikszene offen verbreitet und Musikschaffende zur Teilnahme aufgerufen.

Wir wollten von ihnen wissen:

  • Wie geht es euch als Bands und Musik-/Kulturschaffende Nürnbergs in der momentanen Corona-Situation?
  • Wie genau seid ihr betroffen, was sind eure Herausforderungen im Umgang mit der Krise?
  • Wo braucht ihr noch Unterstützung?
  • Greifen die existierenden Förderprogramme aus eurer Sicht?
  • Falls ihr Soforthilfe beantragt habt: habt ihr sie erhalten?
  • Wo seht ihr noch Bedarf?
  • Was sollten wir als MUZ sonst noch wissen?


Die Fragen waren offen konzipiert, sodass darauf erzählend geantwortet werden konnte. Die Beantwortung erfolgte auf schriftlichem Weg (E-Mail). Wir freuen uns, dass 23 Bands und Musikschaffende aus dem Großraum Nürnberg teilgenommen haben! Größtenteils sind sehr umfangreiche Antworten eingegangen. Die Auswertung war angelehnt an die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse. Im Folgenden möchten wir die Ergebnisse präsentieren.

Die Ergebnisse im Überblick: Stimmungsbild Bandszene Nürnberg Mai 2020

Grafik vergrößern

 

Ergebnisse der Bedarfsabfrage der regionalen Bandszene

20 von 23 befragten Bands und Musiker_innen im Großraum Nürnberg berichten von finanziellen Belastungen durch die Corona-Krise (Covid-19). Es fehlen Einnahmen durch Auftrittshonorare, Einbußen in den damit verbundenen Tonträger- und Merchandiseverkäufen.

Mit Bezug auf die Soforthilfen & Förderprogramme wurde 19-mal genannt, dass diese nicht ausreichend seien und Lücken existierten. Die Begründungen: Knüpfung von Leistungen an die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK)*; eine reine Kompensation von laufenden Betriebsausgaben gehe an der Realität der Bandszene vorbei (geringe Mietkostenbelastungen, kaum Nutzung von Leasing usw.)

Durch den Einbruch von Auftrittsmöglichkeiten bei gleichzeitiger Unabsehbarkeit der Wiederaufnahme des Konzertbetriebs und zum Teil stark eingeschränkten Probemöglichkeiten wird deutlich, dass die Bands mit Fragen zu einer unklaren, teilweise unplanbaren Zukunft konfrontiert sind.

Aus unserer Erhebung ging weiter hervor, dass Anträge auf Soforthilfen bei Bund und Land sowie den Hilfsprogrammen der Initiative Musik und dem Nürnberger “Bündnis für Kultur” in 14 von 23 Fällen nicht gestellt wurden. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich, decken sich aber mit den in Punkt 2 dieser Auflistung genannten Aspekten: keine offizielle Anspruchsberechtigung gemäß den Richtlinien (wie fehlende KSK-Mitgliedschaft, fehlende Gewerbetätigkeit) die Antragsverfahren werden als zu komplex wahrgenommen, Rückzahlungen werden befürchtet - teilweise aber auch aufgrund fehlender Selbstwahrnehmung als Anspruchsberechtigte_r.

Eine ebenso deutliche Mehrheit sieht eine durch die Krise (Coronavirus) wachsende Bedeutsamkeit in der eigenen Repräsentation durch die sozialen Medien (14 Nennungen). Neben den positiven Aspekten (Im Gespräch bleiben, Vertrieb von aktuellen Produktionen) sammeln sich hier jedoch auch kritische Stimmen - die Arbeit dort ersetze nicht das Live-Spielen und konfrontiert die Bandszene mit einer derzeit großen Menge an konkurrierenden Inhalten, wogegen die eigenen kaum Publikum finden.

Auch auffallend

Aus sieben Interviews ging eine klare Umsichtigkeit der Bands und Musiker_innen gegenüber der erweiterten Musikbranche hervor. Je nach anhaltender Länge des betriebsverhindernden Lockdowns seien freie Spielstätten und weitere Akteure des Livemusikgeschäfts unbedingt gesondert zu unterstützen - Tenor hier: Geht es den Clubs gut, wird es auch der regionalen Bandszene schnell wieder gut gehen.

Zudem wurde mehrfach der momentan wegfallende, positive soziale Aspekt des Musiklebens erwähnt. Vielen der Bands fehle das Live-Performen, der emotionale Ausgleich und die Erlebnisse, die Touren und Konzerte mit sich bringen.

Wir als MUZ können viele der genannten Punkte sehr gut verstehen – auch wir vermissen die Livemusik in unseren MUZclub schmerzlich, müssen mit der Planungsunsicherheit leben und wünschen uns, dass bald wieder so etwas wie Normalität einkehren kann. Bis das der Fall ist, überlegen wir uns - basierend auf den Umfrageergebnissen - Projekte, die der Musikszene zugutekommen. Ihr werdet bald von uns hören!

Wir danken allen Bands, die teilgenommen haben und nehmen auch weiterhin gerne Input und Hinweise unter coronamusikzentrale.LÖSCHEN.com entgegen.

Danke an
Micha Klang, Joschko, Jan Bratenstein, Sunday Morning Orchestra, Filistine, Elena Steri, Erik Stenzel, John Steam Jr., Sarah Lohr (Akne Kid Joe), Like Lovers, Bifi im Berghain, Kafkaesque, Skyline Green, HypaAktiv+, Aterra, Smokestack Lightnin‘, Dr. Umwuchts Tanzpalast, Aga Labus, Freedom Call, Xiphea, Apanorama, Willow Child, A Prouder Grief

*Die Künstler_innen-Hilfe der bayerischen Staatsregierung – die auch Nicht-KSK-Mitglieder einbezieht – wurde erst weit nach Umfrageende verkündet (18. Mai).

Menu

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies.  Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung Ich stimme zu.