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NN-Rockbühne: Strife 85 überzeugen mit Coolness

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    NN-Rockbühne: Strife 85 überzeugen mit Coolness

19. März 2019

NN-Rockbühne: Strife 85 überzeugen mit Coolness

Die neue NN-Rockbühne-Saison ist erfolgreich eingeläutet: Strife 85 mit ihren Teenager-Hymnen sind der würdige Sieger des kurzweiligen Auftakts. Aber auch von den anderen Bands des Abends wird man wohl noch hören.

Marty McFly wäre stolz auf die Jungs von Blacktory, die sich per Zeitmaschine direkt aus den 80er Jahren ins Nürnberger Jugendhaus Quibble katapultiert zu haben scheinen. In ihrem eigenen Selbstverständnis sind Blacktory schon längst im Rock-Olymp angekommen. Mit gewaltigem Selbstbewusstsein ausgestattet, sitzt jede Rockstar-Pose. Ohne Zweifel, ohne Schnörkel, aber eben auch zu oft noch ohne eine eigene Note treten sie bei der Rockbühne auf.

In einem Universum, in dem auch pure Lautstärke schon ein Qualitätsmerkmal zu sein scheint, kredenzen die Berchinger tadellos die Hard- und Punkrock-Hymnen aus dem 80er-Jahre-Lehrbuch. Viel zu meckern gibt es da nicht. Außer eben, wenn das Ganze zuweilen doch etwas zu sehr an die berühmte Rock-Satire "This Is Spinal Tap" erinnert und man sich etwas mehr Inspiration und ein Loslösen von den großen Vorbildern wünscht.

Erfrischend sind dagegen die drei Mädels von Living Paranoia, auch wenn man ihnen mit jeder schiefen Note anmerkt, dass sie noch ganz am Anfang stehen. Wie sich die drei aus Feucht, Schwarzenbruck und Rednitzhembach durch ihr Set schrammeln, klingt noch sehr roh, unfertig und unrund, aber eben auch kreuzsympathisch. "Mädels, bleibt unbedingt dabei, ihr seid auf dem richtigen Weg!", möchte man ihnen zurufen. Bei aller zunehmenden spielerischen Perfektion sollten sich die drei natürlich auch in Zukunft stets ihre schräge Ungeschliffenheit beibehalten, schließlich gehört das zu ihrem Sound, weshalb sich auch eine rumpelig-sympathische Version des White-Stripes-Klassikers "Fell In Love With A Girl" so hervorragend als Abschluss des Auftritts eignet. Wenn die Songs manchmal etwas zu sehr zu leiern beginnen, wünscht man sich zwar schon etwas mehr Schmackes, aber der angenehm lässige und schluffige Gesang macht das schnell wieder wett.

Strife 85 schließlich haben gleich eine ganze Kompanie von textsicheren Stimmungsmachern eingepackt und mit ins Quibble gebracht. "Party like it's 1995", heißt es, wenn die Jungs aus Wendelstein, Schwanstetten und Schwabach ihre Mitgröl-Hymnen wie zu den frühen Hochzeiten von Green Day und Blink-182 auspacken. Da wirkt das Cover von Papa Roachs "Last Resort" schon fast etwas zu stiernackig und deplatziert. Strife-85-Sänger Joshua Seidl wickelt als nonchalanter Conferencier sein Publikum problemlos um den Finger und kann die großen, aufstrebenden, allumfassenden Teenager-Hymnen singen, seine Band überzeugt mit ihrer Mischung aus Coolness und nerdigem Muckertum. Im Gesamtpaket machen Strife 85 an diesem Abend am meisten richtig und sichern sich den ersten Platz.

Damit sind sie sicher dabei beim großen Finale der NN-Rockbühne am 23. November im Nürnberger Hirsch. In der Tasche haben sie damit auch schon einen Festivalauftritt im kommenden Jahr. Denn der Viertplatzierte beim Finale hat ein Engagement bei "Rock hinter der Burg" in Hilpoltstein fest gebucht. Der Drittplatzierte darf neuerdings beim Biberttal-Festival auflaufen, während der zweite und der erste Rang wie gehabt das Festivalglück im Taubertal und bei Rock im Park garantieren.

Weil auch der beste Zweitplatzierte der drei Vorrunden im Finale mitmischen darf, können sich auch Stop Inside noch Hoffnungen machen. "Pop-Punk" nennen sie das Gemisch, in das sie alles hineinpacken, was Show-Effekte garantiert. Nicht nur musikalisch, sondern auch bis hin zum uniformierten Bühnen-Outfit mitsamt Epauletten mit güldenen Fransen an den Schultern und fesch frisierten Scheiteln. Auch Front-Flummi Alice Giercke gibt alles und veranschaulicht jeden zackigen Gitarrenakkord mit einem Ellbogenschlag. Da merkt man eben, dass Teile der Band einer seit Langem etablierten Cover-Band entstammen und es verstehen, ihr Publikum bei Laune zu halten.

Von diesem Volksfest-Fahrgeschäft von einer Band fühlt man sich bestens unterhalten, manchmal ist es aber auch einfach etwas too much. Weniger wäre wohl doch etwas mehr. Das merkt man auch bei der abschließenden Ballade, wenn die Show-Elemente fast auf Null gefahren werden und man auf einmal die wahre Seele der Band erahnen kann. Ob man noch mehr über diese erfahren darf, stellt sich dann nach der dritten Vorrunde heraus, wenn feststeht, welcher Zweitplatzierte eine Chance beim Finale im Hirsch bekommt.

Quelle: Nürnberger Nachrichten, Martin Müller

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