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Ermöglichungsräume in der Kongresshalle Nürnberg

  • Kongresshalle Nürnberg

    Ermöglichungsräume: Kongresshalle Nürnberg

    Bundesmittel bewilligt - auch Bandproberäume sind eingeplant - Musikzentrale ist am Prozess beteiligt

18. Oktober 2022

Ermöglichungsräume in der Kongresshalle Nürnberg

Die Planungen für eine vertiefte kulturelle Nutzung der Kongresshalle Nürnberg am ehemaligen Reichsparteitagsgelände gehen weiter voran. Im Jahr 2025 sollen in vier Segmenten des Rundbaus der im Rohbau befindlichen Kongresshalle etwa 150 Räume für Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Sparten für Produktion und Präsentation zur Verfügung stehen. Ziel der Stadt Nürnberg ist es, zum einen der drängenden Raumnot zu begegnen, mit der stadtweit Kunstschaffende aus Bildender Kunst, Literatur, Musik, Theater und Tanz konfrontiert sind. Zum anderen sollen der bestehenden Vermittlung der baulichen Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände neue künstlerische Formen des Umgangs hinzugefügt und eröffnet werden. Für das Vorhaben hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags im September 2022 Fördermittel in Höhe von 20 Millionen Euro aus dem Programm KulturInvest der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bewilligt.

Bundesmittel bewilligt - auch Bandproberäume sind eingeplant - die Musikzentrale ist am Prozess beteiligt

Aktuell arbeitet der Geschäftsbereich Kultur in diversen partizipativen Modulen gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern an der Konkretisierung des Raumprogramms und der Klärung der strukturellen Rahmenbedingungen für eine erweiterte kulturelle Nutzung der Kongresshalle. Am 27. Juli 2022 fand unter dem Titel „Open-Space“ ein Workshop im Nürnberger Z-Bau – Haus der Gegenwartskultur statt. Künstlerinnen und Künstler sowie Spartenvertreter formulierten hier die spezifischen Anforderungen an Räumlichkeiten und Nutzungsmöglichkeiten für die Räume in der Kongresshalle. Erkenntnisse aus dem Format „Open-Space“ wurden anschließend in Interviews mit ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern vertieft und die Raum- und Funktionsplanung präzisiert.

Nutzungsbedarfe formuliert – Synergien gesucht

Insgesamt wurden im Verlauf des Sommers 22 digitale Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Künste und Kulturen durchgeführt, sodass sich möglichst alle künstlerischen Sparten an der Befragung beteiligen konnten und die Kunst- und Kulturlandschaft Nürnbergs repräsentativ abgebildet werden konnte. Gefragt wurde insbesondere nach den detaillierten Anforderungen, wie beispielsweise Raumgröße, Ausstattung, Zugänglichkeit oder Licht auf Basis der bereits identifizierten Kriterien. Der Prozess wurde im Auftrag der Stadt Nürnberg extern moderiert durch die Kulturberatung actori GmbH. Früher als erwartet liegen nun bereits erste konkrete Ergebnisse für Nutzungsbedarfe aller Sparten vor. Fotografinnen oder Fotografen etwa benötigen beispielhaft (und vereinfacht dargestellt) einen Raum mit einer Größe von 40 bis 50 Quadratmeter, einer Höhe von mindestens 3,5 Meter, einen sogenannten „White Cube“ für höchste künstlerische Flexibilität, zudem eine geeignete Elektroinstallation sowie eine gute Grundbeleuchtung beziehungsweise Tageslicht. Das Fotostudio soll auch durch Künstlerinnen und Künstler anderen Sparten genutzt werden können. Analog formulierten alle Beteiligten grundsätzliche Vorstellungen.

Neben den technischen Anforderungen an Räumlichkeiten wurden auch inhaltliche Fragen nach Synergien mit der Ausweichspielstätte des Nürnberger Staatstheaters und nach dem Umgang mit der Erinnerungskultur gestellt. Die Künstlerinnen und Künstler wünschen sich explizit eine Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und eine erinnerungskulturelle Auseinandersetzung mit dem Ort. Befruchtende Impulse für den erinnerungskulturellen Diskurs auf nationaler und internationaler Ebene sind durch eine solche Zusammenarbeit ausdrücklich von allen Beteiligten erwünscht.

Die nächsten Schritte

Die von den unterschiedlichen Sparten formulierten Anforderungen an Räumlichkeiten, Infrastruktur und eine nachhaltige Nutzung werden nun an die involvierten Bauplanungsbüros übergeben. Diese übertragen die definierten Bedarfe in ein dem Gebäude angepasstes Raumprogramm. Dem Stadtrat soll so noch im Jahr 2022 ein entsprechender Entwurf vorgelegt werden. Wesentliche inhaltliche Fragen nach einer Betriebsstruktur für die künstlerisch genutzten Bereiche in der Kongresshalle und nach sinnvollen Synergien mit den im Rundbau und nördlichen Kopfbau unmittelbar benachbarten Institutionen des Staatstheaters und des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände gilt es, in Fortführung des Beteiligungsprozesses mit den Akteurinnen und Akteuren aus der Kunst- und Kulturszene zu konkretisieren.

Die Diskussion über die Zukunft der unter Denkmalschutz stehenden Kongresshalle als Ort für die unterschiedlichen Künste und Kulturen wird in verschiedenen Veranstaltungsformaten unvermindert fortgesetzt. Bereits am Samstag, 19. November 2022, findet zwischen 10 und 16 Uhr ein weiterer der stark nachgefragten Rundgangstage in der Kongresshalle statt, der interessierten Bürgerinnen und Bürgern kostenlos Einblicke in die bislang öffentlich nicht zugänglichen Innenbereiche ermöglicht und über die Planungen der Stadt Nürnberg vor Ort Auskunft gibt. Informationen zur Anmeldung folgen zeitnah. Weitere Veranstaltungen sind derweil in Vorbereitung.

Bild: Hajo Dietz

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