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ph4nt - Terror

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    ph4nt - Terror

10. September 2021

ph4nt - Terror

»Terror«
VÖ: 10.09.2021
Label: Nasse Records


Wie wohl so ziemlich jedes Wort, bedeutet der Begriff "Terror" natürlich für verschiedene Menschen verschiedene Dinge. Für die einen ist es die (je nach Situation begründete oder irrationale) Angst, dass sie aus dem Nichts heraus angegriffen werden könnten. Für andere dient er als Vorwand für ungerechte Kriege. Für viele queere Menschen ist Terror ein alltägliches Phänomen, das die Mächte dieser Gesellschaft uns und unseren Leben auferlegen.

Die organisierte Religion, insbesondere die römisch-katholische Kirche, versucht seit Jahrhunderten ihr Bestes, um Schuld und Hass in die Herzen der Menschen zu injizieren. Die Aids-Krise der vergangenen Jahrzehnte wurde als Strafe Gottes für Sündige umgedeutet und behauptet, dass sterbende Liebende ihr Schicksal verdient hätten. In Organisationen wie Pro-Life geben sich religiöse Fanatiker*innen und Konservative die Klinke in die Hand. Erstere drohen schwangeren Menschen, die selbst über ihren Körper und ihr Leben entscheiden, mit der ewigen Verdammnis, letztere hoffen, durch Einschränkung der Selbstbestimmung die Vorherrschaft des Patriarchats zu erhalten. Und in Konversionstherapien pflanzen die "heiligen" Geister so viel Schuld und Selbsthass in die Köpfe queerer Menschen, dass für einige von ihnen der Suizid, die letzte große Sünde, die einzige Option zu sein scheint.

Da ph4nt. selbst queer & HIV-positiv ist (dank der Wissenschaft gibt es heutzutage tolle Medikamente dagegen - also muss die göttliche Strafe wohl noch etwas warten), ist das für ph4nt. sehr persönlich.

Wiederkehrende Themen wie das Leben im Spätkapitalismus, die Zerstörung unserer Umwelt für schnelle Profite, Rassismus und eine misogyne Gesellschaft, die von binären Geschlechternormen besessen ist, fanden auch ihren Weg auf TERROR. Am Ende bleibt die Frage, ob wir als Gesellschaft diese Ketten der Unterdrückung sprengen können, oder ob diese aufgewühlte Welt irgendwann auseinanderbricht, bevor wir die Chance dazu bekommen.

Soundtechnisch entführt TERROR an einen Ort voller stampfenden, mechanischen Grooves, fiesen, verzerrten Synthies und komplexem, klaustrophobischem Sounddesign. Dazu gesellen sich dringliche bis giftige Gesangseinlagen. ph4nt. kombiniert dabei jene Aspekte von Industrial und Punk, die es am meisten interessieren.

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