Musik-Neuerscheinungen
ph4nt. - Rückzug

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    ph4nt. - Rückzug

10. August 2022

ph4nt. - Rückzug

CD und Musik-Neuerscheinung
»Rückzug«
VÖ: 10.08.2022
Label: Nasse Records

Rückzug markiert meine bislang längste Pause zwischen zwei Studio-Alben. Nach all der Freizeit & der daraus resultierenden Freiheit kehrte die Lohnarbeit in mein Leben zurück, und mit ihr gewissermaßen der vorpandemische Alltag. Ich hatte nicht nur weniger Zeit, Tag & Nacht an Musik zu arbeiten, damit einher ging auch meine Rolle in Gruppen, meinen Bezug zu Menschen und politischem Aktivismus sowie letzlich meiner selbst zu betrachten.

Ich mein, 2019 war ich noch labil, daueralkoholisiert & hatte eine No-Future-Attitüde. In den Pandemiejahren fiel es mir relativ leicht, mich als Aktivisti und Herausforderer des Systems zu betrachten, weil ich einfach die Zeit hatte, auf zahlreiche Demonstrationen und Besetzungen zu gehen und mich Gerichtsprozessen zu stellen. 2022 ist mein Alltag durch den Dienstplan bestimmt, ich bin stabil, nüchtern und rote Briefe überschwemmen nicht mehr meinen Briefkasten.

Dieses Album, das in diesem Frühjahr und Sommer entstanden ist, hat kein einheitliches Storykonzept, aber einige Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Songs: Rückzug setzt sich mit Konzepten wie Wahrheit, Gruppenzugehörigkeit und dem Hang zur Rechthaberei im gesellschaftlichen und politischen Diskurs auseinander. Außerdem hinterfrage ich meine eigenen Überzeugungen, meinen Hang zur Selbstisolation & meinen Lebensstil zwischen Beziehung, Lohnarbeit, dem Überleben in und der Koexistenz mit der kapitalistischen Realität und der damit einhergehenden Gefahr, ein Zahnrad im System zu werden. Rückzug ist ein von Zweifeln und Widersprüchen geprägtes Album, das viel Raum für Fragen lässt, aber keine einfachen Antworten liefern kann und will.

Musikalisch hatte ich viel Spaß daran, mich mit meinen 3 Synthesizern sowie neuerdings ein paar Midi-Plugins sowie meinem alten Bass, mit dem ich früher bei Leiden gespielt hab, auszutoben. Gesanglich hab ich viel improvisiert, die meisten Takes sind sehr spontan entstanden. Herausgekommen ist ein verspieltes, unruhiges, emotionales und lautes Album, das vielschichte Layer mit mal treibenden, mal stampfenden Beats vereint.

Insgesamt betrachte ich Rückzug als mein introvertiertestes, selbstkritischstes Werk – wo mein älteres Album primär auf Schuldige gezeigt & Gegner*innen markiert haben, schaut Rückzug vermehrt in den Spiegel.

Ich hoffe, das Album ist nicht zu sehr Downer & gefällt einigen Menschen – viel zu verlieren habt ihr nicht, wie immer ist die gesamte Musik von ph4nt. Creative Commons ;)

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