„There’s no Michelangelo coming from Pittsburgh“ erwiderte Andy Warhol einst auf die Frage, warum er New York zu seiner Wahlheimat erkoren hatte und zielte auf den Puls der Weltmetropole, jenes inspirative Moment der Großstadt, das seiner Meinung nach unverzichtbar sei für jedes große künstlerische Wirken. Hätte der Mann um die kleine fränkische 12.000Seelen-Gemeinde Hersbruck gewusst, so hätte er seine Aussage zumindest in Teilen revidieren müssen und die Künstlergemeinschaft der Silverfactory hätte ihr Lunch vielleicht nicht zwischen den Wolkenkratzern der 47th Street, sondern im Schatten der Türme des Hersbrucker Stadtschlosses eingenommen. Ob die VELVET UNDERGROUND-Banane deshalb gleich zur Kartoffel mutiert wäre, liegt im Reich der Spekulation. Belegt ist hingegen, dass die kleine Stadt östlich von Nürnberg auch ohne den berühmten Künstler eine abnorme Häufung hochtalentierter Rockmusiker hervorgebracht hat. Dabei liegt die Vermutung nah, dass sich hinter den bekanntesten Vertretern Hersbrucker Musikkultur, wie etwa THE ROBOCOP KRAUS, THE PLANE IS ON FIRE, YUCCA oder HIDALGO, noch eine erhebliche Dunkelziffer von Bands verbirgt, die ihre Herkunft aus von Warhol so trefflich beschriebenen Gründen lieber verleugnet. Nicht so THE AUDIENCE – wie überhaupt alles um den jüngsten Spross Deutschlands heimlicher Rockhauptstadt pures Understatement ist.
THE AUDIENCE tanzen im Auge des Sturms, umwirbelt von einem polymorphen, entfesselten Kunterbunt aus Rock- und Punk-, Garage- und New Wave-Fragmenten, vertäuen Überliefertes an Unentdecktem, wickeln sich in einen flatternden Mantel aus wärmespendender Psychedelika und zünden das Haus an...
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