The Nocturne Suite (CD Review)
Erscheinugsdatum: 04.07.2008
Mit „The Nocturne Suite“ legt die Nürnberger Band Masques ihr zweites Werk nach dem 2006 erschienenen Album „Revelation“ vor. Und in dieser Zeit hat sich offensichtlich einiges getan. An erster Stelle steht dabei natürlich die Tatsache, dass die Band eine elektrische Gitarre in das Klangbild integriert, was dieses eindeutig positiv erweitert.
Die knapp 30minütige EP beginnt mit einem immer breiter werdenden Wall aus Synthesizersounds, der dann Platz macht für das erste Stück „Waiting“. Ein Instrumentalstück, das an ein aufziehendes Gewitter mit anschließendem Wolkenbruch erinnert. Die Stärke gewinnt es eindeutig daraus, dass alle Instrumente ihren entscheidenden Beitrag zum Gelingen liefern: das Schlagzeug, das alles trägt, das farbige Klavierspiel, das sich im Hauptteil in eine sakral dröhnende Orgel verwandelt, der rhythmisch interessante Bass und natürlich die Gitarre, die (ebenfalls im Hauptteil) nur so jubiliert. Das zweite Stück heißt „Masochism“ und ist das einzige, bei dem man Anleihen an die musikalischen Vorbilder von Masques erkennen könnte, in diesem Fall Radiohead. Hier steht die Stimme des Sängers im Vordergrund, doch erfährt sie große Unterstützung durch die Rhythmussektion, die überaus beschwingend wirkt, während sich die Gitarre doch eher zurückhält. An dritter Stelle folgt ein kraftvoller Jam, den die Band „Rêves détruits“ getauft hat, und der dementsprechend von Schnarchen und albtraumhafter Soundkulisse eingeleitet wird bis der Song in ein Akkordschema verfällt, das immer weiter gesteigert wir, wobei hier das Gitarrenspiel eindeutig im Vordergrund steht.
Die CD wird abgeschlossen durch das über 12minütige „Sitting on a tree & thinking“. Eine einmalige Stimmung wird in diesem Stück geschaffen. Wunderschöne oszillierende Synthesizerklänge, eine unaufdringlich mäandrierende Gitarre, perfekt in Szene gesetzt von den perkussiven Einfällen, dazu diese eindringliche und ausdrucksstarke Stimme.
Insgesamt hat man es hier größtenteils mit sehr experimentellen Klängen zu tun. Abgesehen von „Masochism“ distanzieren sich Masques doch sehr von allgemeinen Hörgewohnheiten. Doch was macht das schon? Schließlich ist es gerade das, was diese Musik so interessant macht. Zu der Entscheidung, den Sound um eine elektrische Gitarre zu erweitern, kann man der Band nur gratulieren. Und wer auf Äußerlichkeiten steht: das Artwork ist ein echter Hingucker.
Homepage:
www.masques.de
Autor: Ingmar Reither





