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BEAR MOUNTAIN PICNIC MASSACRE

Weilheim ist ein Ort, Enthusiasmus ein Gefühl, BOB DYLAN ein Working Man. Eine Hi- Hat besteht aus einem Oben und einem Unten und sieht lediglich schön aus, wenn sie niemand bedient.

BEAR MOUNTAIN PICNIC MASSACRE kommen aus Hersbruck, das ist auch ein Ort. Ein Ort, aus dem auch schon andere Bands vor ihnen kamen, THE ROBOCOP KRAUS oder YUCCA zum Beispiel. Angeblich gibt es diesen Hersbruck-Sound – in den Nullern hat man mal kurz davon geredet – LOS BEAROZ, wie sie sich manchmal spaßeshalber nennen, haben den nicht. Hersbruck ist eben doch oft nur ein Ort. Und manchmal ein Gefühl. Ein gutes.

Wenn sie laut sind, und das sind sie manchmal, dann klingen sie so wie viele ganz gute Indiebands derzeit: A bisserl verhuscht shoegazend, a bisserl nach SONIC YOUTH, ohne deren Nonchalance zu erreichen – wie auch? Trotzdem machen sie das gut, aber ehrlich:

Ihre Momente sind die leisen. In der Stille explodieren sie. Theatralik ohne Ton. Und ohne Drama. Da wird Weilheim plötzlich ein Gefühl; NOTWIST schimmern manchmal durch, dort, wo das Gewebe so gespannt ist, das es zu bersten droht. Das ist ihr eigentlicher Ort. In ihren besten Momenten – und zum Glück sind diese nicht allzu rar gesät – fühlt man sich dann ganz weit weg katapultiert und an TALK TALK erinnert. Nicht die „It’s My Life“- TALK TALK, sondern die, die im Studio begannen, ihre Songs immer stärker zu reduzieren, den Mut bewiesen haben, einfach mal eine Orgel ganz allein im Raum klingen zu lassen, die Hi-Hat ausklingen, die Songs atmen zu lassen.

So funktionieren BEAR MOUNTAIN PICNIC MASSACRE auch. Dynamisch-reduziert, anrührend und spannend, wissend darum, was sie tun. Und das tun sie gut. BOB DYLAN bleibt natürlich als Zitat stehen, als Fixpunkt in diesem sanften Mahlstrom aus folkiger Dichte, unruhigem Rock-Pathos und orchestralem Minimalismus. Die Songs tun dann den Rest – dich am Ende verschlucken. (Seppo Dyrschka, Radio Z)
 
Homepage:
www.bearmountainpicnicmassacre.de
www.myspace.com/bearmountainpicnicmassacre